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Manali-Leh Autobahn

Hier jetzt ein Aussagekräftiger Bericht über einen Motorradfahrer der den 476Km langen Manali-Leh Highway gefahren ist:

 

So viel Spass kann eine Motorradfahrt auf der Kultmaschiene RoyalEndfield Bullet durch Indien Ladakh auf dem 476 Km langem Manali-Leh Highway machen eine der Höchsten Befahrbaren Straßen dieser Welt!

Indien:MitdemMotorradaufdemManali-LehAutobahn

Dies ist ein Gastbeitrag von Stefan Fay von How far can we go. Stefan ist seit über einem Jahr auf seinem Motorrad von Stuttgart in Richtung Sydney unterwegs. Das absolute Highlight nach knapp 40.000km? Der Manali-Leh Highway in Indien!

Mitten im Himalaya versteckt sich Ladakh. Ladakh war früher hauptsächlich für das Militär interessant, um die Grenzen zu Pakistan und China zu schützen. Es wurden keine Mühen gescheut und Straßen gebaut, die ihresgleichen suchen!

Die politische Situation hat sich über die letzten Jahren entspannt und daher sind seit wenigen Jahren die meisten Gebiete nun auch für Reisende zugänglich. Seitdem ist Ladakh wohl der größte Abenteuerspielplatz auf unserem Planeten.

Die Überlebensader dieser nur sehr dünn besiedelten Region ist der 476 km lange Manali-Leh Highway. Mit einer Autobahn hat der Manali-Leh Highway so viel zu tun, wie Zigarretten rauchen mit gesunden Gewohnheiten. Es ist vielmehr eine Achterbahnfahrt und einer der besten Roadtrips die unser Planet zu bieten hat.

1)Jispanachmehr

Der gesamte Manali-Leh Highway ist ein Highlight, das imposanteste Teilstück sind wohl die 81km Kilometer zwischen Sarchu und Pang.

Erst katapultieren dich die 21 Gata Loops innerhalb weniger Kilometer von 4100m ü NN auf schwindelerregende 4700m ü NN., dann überquerst du den Lachung Pass auf über 5000m ü NN. Zum Vergleich: der höchste Gipfel Deutschlands ist die Zugspitze mit 2962m ü NN.

Die Anfahrt auf Pang ist dann einfach nur spektakulär. Jegliche Vegetation hast du schon lange hinter dir gelassen und Wind und Wetter haben über Jahrtausende die bizarrsten Formen in die Felsen geschliffen. Es ist Zeit anzuhalten und der Natur zu applaudieren.

2) Khardungdie

Das war hoch, aber in Ladakh fallen die Rekorde, wie Rentner auf Glatteis. Hinter dem Manali-Leh Highway wartet die höchste befahrbare Straße der Welt auf dich. Der Khardung Pass thront auf unglaublichen 5630m ü.NN. Die Luft ist so dünn, dass du dich fühlst wie ein Fisch auf einem Fahrrad. Die Fahrt und die Aussicht sind ein wenig Herzrasen und Schwindel aber durchaus wert.

3)NubraTal

Hinter dem Khardung Pass erwartet dich das Nubra Valley. Eigentlich ist es eine Wüste, aber durch das Tal fließt der Nubra und dank ausgefeilter Bewässerungskanäle erhält das Nubra Valley seinen Beinamen: das Tal der Blumen.

Neben den Blümchen bietet dir das Tal noch einiges mehr: Für geraume Zeit war das Nubra Valley Teil der Seidenstraße. Stille Zeugen sind die Kamele, allerdings schleppen sie heute keine Seide und Gewürze mehr, sondern nur noch Touristen. Die Kamele passen gut ins Bild, denn das Nubra Valley ist bekannt für seine Sanddünen.

Die Fahrt ins Nubra Valley zeigt außerdem wie abwechslungsreich die Region um den Manali-Leh Highway ist. Hinter jeder Kurve sieht es anders aus, die Farben der Felsen, die Form der Berge, nichts ist konstant, aber alles bleibt großartig.

4)PangongSee

An der Grenze zu China liegt der Pangong Lake. Auf über 3.000m Höhe erstreckt er sich und gehört anteilig den Chinesen. Die Anfahrt führt über den nur dritthöchsten Pass der Welt – langweilig ist sie aber trotzdem nicht!

Das Ufer des Pangong Lakes lädt zum Verweilen ein: es gibt zahlreiche Dhabas, die mit Milchtee und Snacks auf dich warten und ich glaube es gibt keinen besseren Ort um über die bisherige Reise zu reflektieren.

Das Motorradfahren am Ufer entlang solltest du dir auch nicht entgehen lassen. Nur Straßen wirst du keine finden, aber daran solltest du dich mittlerweile gewöhnt haben!

5)SacheBestehen

Der Manali Leh Highway ist sehr schön, das hat sich auch herumgesprochen. Abgeschiedene Fleckchen gibt es allerdings genügend. Ein tolles Beispiel ist der Saach Pass.

Er verbindet Killar mit Chamba. Ein ortsansässiger Motorradenthusiast hat ihn mir empfohlen und sinngemäß gemeint, er trenne die Spreu vom Weizen.

Das Militär nutzt diesen Pass als Abkürzung, allerdings nur selten – dementsprechend ist der Zustand! Für 80km habe ich knapp 5h gebraucht. Ich würde ihn wieder befahren, allerdings nicht mehr allein, denn er ist um einiges anspruchsvoller als der Manali Leh Highway.

Neugieriggeworden?Ladakhselbster-fahren!

Um den Manali-Leh Highway zu bereisen musst du logischerweise erstmal nach Manali kommen. Manali liegt ca. 500km nördlich von Neu Delhi. Am besten nimmst du dir einen (Nacht-)Bus und in 10 Stunden bist du im malerischen Himalaya-Vorland.

Die große Frage lautet: Fahren oder gefahren werden?

a) Gefahren werden im Shared Taxi:
Du kannst dir in Manali leicht ein Shared Taxi nehmen und in ein bis drei Tagen in Leh ankommen. In deinem Interesse solltest du dir hierfür Zeit lassen. Die Ein-Tages-Tour ist ein 18-stündiges Himmelfahrtskommando. Die schönsten Abschnitte wirst du so womöglich verpassen, da du voraussichtlich nachts daran vorbei fährst.

b) Gefahren werden im privaten Taxi:
Selbstverständlich kannst du dir auch ein Taxi mieten, dass dich so langsam wie du möchtest nach Leh bringt. Gerade wenn du mit Freunden unterwegs bist ist das eine interessante und kostengünstige Alternative.

c) Selbst fahren:
Der standesgemäße Weg ist allerdings eine Royal Enfield zu mieten und selbst zu fahren. Die indische Version der Harley Davidson ist das Fortbewegungsmittel in Ladakh.Vermietstationen findest du in Manali wie Bier auf der Wiesn. Die Kosten liegen zwischen 10 und 20 Euro pro Tag. Gute Erfahrungen haben andere Reisende mit dieser Agentur gemacht.

WarkostetReiseninLadakh?

Die Kosten auf dem Manali-Leh Highway selbst halten sich in Grenzen. Das liegt vor allem daran, dass es nicht wirklich etwas gibt für das du bezahlen kannst. Unterkünfte und Restaurants haben geringen Standard. Übernachtungen kosten zwischen zwei und drei Euro, sind aber auch nur zwei bis drei Euro wert: Es gibt kein warmes Wasser und keine Duschen. Mahlzeiten kosten circa einen Euro und bestehen aus Instant-Nudeln oder indischem Dal.

Sobald du in Leh angekommen bist, gibt es wieder eine vernünftige Auswahl an Unterkünften und Restaurants. Die Preise halten sich trotzdem in Grenzen: Übernachtungen gibt es ab fünf Euro, vernünftiges Essen ab drei Euro.

Dasgilteszubedenken

Reisen in Ladakh ist kein Kinderfasching. Diese Region ist lebensfeindlich, daher solltest du mit Vorsicht reisen und einige Dinge beachten:

1. Saison: Der Manali Leh Highway ist die meiste Zeit des Jahres nicht zu bereisen! Nur zwischen Juni und September ist es möglich und sicher. Die beste Reisezeit ist der September.

2. Höhenkrankheit vermeiden: Auf dem Manali Leh Highway reist du in enormen Höhen! Die Reise findet meist auf über 4000m ü. NN. statt und Leh selbst liegt auch noch auf über 3000m ü. NN. Wenn du nicht zufällig in den Alpen aufgewachsen bist, ist dein Körper diese Belastung nicht gewohnt. Das ist kein Problem, solange du dir Zeit zur Akklimatisierung lässt. Verbringe einige Nächte in Manali, das hilft schon. Anschließend versuche bei deiner Reise so tief wie möglich zu übernachten (beachte diese Skizze).

3. Zeit richtig planen: Erdrutsche versperren die Straßen oder dein Fahrzeug hat eine Panne? So kann dein Zeitplan schnell über den Haufen geworfen werden. Daher bringe genügend Zeit mit und lasse dir am besten eine Woche für Unvorhergesehenes und zur Akklimatisierung.

4. Motorrad fahren will geübt sein: Wenn du dir eine Enfield mietest, interessiert sich niemand für einen Führerschein – die Straßen werden aber dein Fahrkönnen testen! Daher übe am besten schon zu Hause. Wenn du es dir nicht zutraust, gehe lieber auf Nummer sicher und reise mit einem Taxi. Solange du genügend Zeit mitbringst, wird deine Reise auf und neben dem Manali Leh Highway trotzdem ein unvergessliches Erlebnis.

Konkrete Informationen zur Streckenplanung auf dem Manali Leh Highway findest du auf unserem Blog. Die beste Quelle für die aktuellen Verhältnisse ist Devil on Wheels.

 

 

Vielen Dank an Stefan für diesen tollen Artikel, der sogar mir ein wenig Lust auf Indien macht. Wenn du mehr von Stefan lesen möchtest, besuche unbedingt howfarcanwego.deund schau dir an, wie weit Stefan und sein Kumpel Fou mit ihren Motorrädern um die Welt kommen.